Das Land, wo die Zitronen blühen

01. August 2010 Das Land, wo die Zitronen blühen, ist unbestritten Italien. Ein besonderer Flecken, wo diese Blüte besonders üppig ausfällt, ist der Brentakanal zwischen Padua und Venedig. An diesem Kanal haben wohlhabende Venezianer prachtvolle Sommerresidenzen errichtet, die zum großen Teil noch heute erhalten sind und zum Teil auch besichtigt werden können.

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Villa am Brentakanal

Alle Villen besitzen auch einen prachtvollen Garten oder Park, der im barockem oder Renaissance-Stil angelegt ist. Zu diesem Stil gehört, gerade im Barock, die Kultur von Zitruspflanzen in Kübeln. Ein Herrscher, ein Patrizier oder ein Kaufmann, der Zitruspflanzen sein eigen nennen konnte, konnte sich direkt mit Herakles (bzw. Herkules) vergleichen, denn die goldenen Früchte wurden als Sinnbild oder Abbild der Äpfel der Hesperiden gesehen. Sie zu pflücken, war eine der zwölf Heldentaten des Herakles.

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Villa Ducale am Brentakanal, Venetien

Der Brentakanal -italienisch: Riviera del Brenta-, der ein kanalisierter Abfluß des Flusses Brenta ist, zieht sich von Stra in der Nähe von Padua bis in die Lagune von Venedig.

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Villa Tron am Brentakanal, Venetien

Die Villen sind unterschiedlich gut erhalten. Wenn man den Brentakanal von Mira über Dolo bis Stra auf der SR 11 aufwärts fährt, sieht man sowohl sehr gut erhaltene und bewohnte Villen, wie etwa die Villa Ca Tron, als auch verfallene oder zum Verkauf stehende Anwesen. Insgesamt bietet sich dem Reisenden eine offene Flußlandschaft, die in den schönen Städtchen Stra, Dolo und Mira herrliche Fixpunkte auf einer langsamen Reise in die Vergangenheit bieten.

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Villa Lazzaro am Brentakanal, Venetien

Das ideale Verkehrsmittel um die Brentavillen zu erkundigen, ist das Fahrrad. Man kann den Brentakanal aber auch mit einem Boot erkunden, der Fahrpreis für eine Villentour beträgt ca. 70 Euro.

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Villa Recanati Zucconi am Brentakanal, Venetien

Egal wie gereist wird, in jedem Fall lohnt sich der Ausflug an den Brentakanal, vor allem für Zitrusfans und Freunde mediterraner Pflanzen. Fast alle Villen präsentieren große bis mittelgroße Terracotta-Kübel mit Zitrus, sogenannte Vasi. Diese bauchigen Gefäße weisen schöne Ornamente oder Reliefe auf.

Terracotta-Vasen sind die idealen Pflanzgefäße für Kübelpflanzen, da sie eine natürliche Regulierung der Feuchtigkeit des Substrats gewährleisten. Nachteil echter Terracotta ist, dass sie sehr schwer sind und ab einer bestimmten Größe nur noch mit vielen starken Trägern oder einem Gabelstapler bewegt werden können. Vorteil des hohen Eigengewichts ist, dass die Kübel eine hohe Standfestigkeit aufweisen.

brentavillen zitrusallee villa recanati zucconi Das Land, wo die Zitronen blühenZitrusallee im Park der Villa Recanati Zucconi am Brentakanal, Venetien

Bei den Zitruspflanzen dominieren in den meisten Gärten Zitronenbäume. Eine besondere Ausnahme stellt die Zitrussammlung der Villa Pisani dar.

brentavillen villa soranzo Das Land, wo die Zitronen blühen

Villa Soranzo am Brentakanal, Venetien

Diese größte Brentavilla, die als Residenz des Dogen Almorò Pisani gebaut wurde, weist einen großen Park mit einer herrlichen Zitrussammlung, der damit obligatorischen Orangerie und vielen anderen klassischen Elementen der Landschaftsarchitektur des ausgehenden 18. Jahrhunderts auf.

villa pisani orangerie Das Land, wo die Zitronen blühen

Blick in den Park und auf die Orangerie der Villa Pisani am Brentakanal, Venetien

Interessant ist, dass die Zitrussammlung ursprünglich nicht nur zu dekorativen Zwecken sondern auch zur Vermarktung der reichlich wachsenden Früchte eingesetzt wurde.

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Blick in die Zitrussammlung im Park der Villa Pisani am Brentakanal, Venetien

Die Villa wurde 1807 von Napoleon gekauft, der nur eine Nacht darin geschlafen soll. Offensichtlich stimmte das Urteil, das schon früh über die Villa Pisani gefällt wurde: “Für einen Grafen zu groß, für einen König zu klein.” Für den heutigen Besucher allerdings ist die Größe von Park und Villa genau richtig, um eine ausgiebige Besichtigung an das Ende einer mediterranen Tour an den Brentakanal zu setzen.

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