Mediterrane Früchte

Mediterrane Früchte

Mediterrane Früchte sind Klassiker. Für die Griechen in der Antike waren Wein, Oliven und Feigen neben frischem Wasser Garanten für ein gutes Leben. Sie sind neben Kiwi,  Granatäpfeln und natürlich Zitruspflanzen fruchttragende mediterrane Pflanzen, die auch bei uns kultiviert werden können und uns mit sonnengereiften Früchten verwöhnen.

Mediterrane Früchter

Weinrebe (Foto: Jutta und Jürgen Mehwald)

Auch wenn die Ernten in Mitteleuropa nicht ganz so üppig ausfallen, wie im mediterranem Klima, lohnt sich doch die Kultur der hier vorgestellten Pflanzen schon allein wegen ihrer dekorativen Form.

Wein

Der elegant rankende Wein (Botanisch: Vitis Vinifera) bewächst Pergolen und Spaliere und lässt sich auch im heimischen Garten in Mitteleuropa kultivieren. Der laubabwerfende Wein ist bedingt winterhart, je älter, desto resistenter ist eine Rebe. Ob und wieviel Wein  als mediterrane Früchte geerntet werden kann, hängt natürlich vom Breitengrad und von der Sonneneinstrahlung ab. Grundsätzlich sollte für Deutschland eine frühe Sorte präferiert werden, die idealerweise veredelt ist, um gegen Reblausbefall vorzubeugen. In Frage kommen die Sorten „Esther“ und „Brandt“. Eine weiße Traubensorte ist „Muscat d’Alexandrie“. Weitere essbare Sorten finden Sie auch in unserem Shop. Eine sehr beliebte Sorte ist die Weinrebe „Lakemont„, sie ist kernlos,  dünnhäutig und dazu sehr süß und fruchtig. In den USA gilt sie als die beliebteste Weinsorte.

Trauben (Foto: Berit Behrens)

Trauben (Foto: Berit Behrens)

Weinreben bevorzugen sonnige, warme und geschützte Standorte, stellen aber keine besonderen Ansprüche an den Boden. Die Pflanzen ranken bis zu 7 m hoch und blühen unscheinbar von Mai bis August.

Unmittelbar nach der Pflanzung, die im Frühjahr erfolgen sollte, sollten Sie den Hauptstamm auf 60 cm und die Seitentriebe bis auf eine Knospe zurückschneiden, um das Wachstum zu fördern. In den ersten Jahren muss sich zunächst das Astwerk bilden, so dass der Wein keine Früchte tragen sollte. Dabei sollte ein starker Haupttrieb entstehen, schneiden Sie also allzu stark werdende Nebentriebe weg.

Zur Unterstützung des Wachstums sollten Sie ein Spalier oder an die Wand gespannte, kräftige Drähte anbieten. Im Spätherbst werden die Weinstöcke am Spalier befestigt. Ziel ist es, dass sich die Trauben an den Seitenzweigen der vorjährigen Ranken bilden. Wenn das Laub abgefallen ist werden alle Triebe des Weinstocks bis auf zwei oder drei Knospen  beschnitten.

Im nachfolgenden Sommer sollen nur die drei kräftigsten Triebe heranwachsen. Von diesen Trieben werden zwei im Spätherbst rechts und links am untersten Spalierdraht festgemacht. Den mittleren Trieb kappen Sie bis auf zwei Knospen.

Der Schnitt von Weinreben hängt vom Platzangebot ab, in jedem Fall müssen die Nebentriebe im Winter bis zum Stamm abgeschnitten werden, damit neue Knospen wachsen. Versuchen Sie bei einem Spalier den horizontalen Wuchs zu fördern, er sorgt für eine optimale Lichtversorgung. Beim Schnitt werden stets 2 cm über der Knospe stehengelassen, damit die Knospe nicht austrocknet. Wachsen Trauben werden die Fruchtstände ausgedünnt, um größere Beeren zu produzieren, aber auch um Krankheiten zu vermeiden.

Oliven

Olivenbäume, die man auch als Olivenbäume oder Olivenstämmchen in unserem Shop kaufen kann, sind herrliche Pflanzen, die immer mehr auch die Regionen nördlich der Alpen erobern. Oliven sind bedingt winterhart, so dass für jüngere Pflanzen die Kübelkultur zu empfehlen ist. Oliven können mittlere Fröste bis -10°C aushalten, sollten aber bei sehr kalten und langanhaltenden Frösten kurzfristig in ein schützendes Gebäude geräumt werden. Das kann auch eine fensterlose Garage sein, wenn der Aufenthalt nur einige Tage andauert.

Bei älteren Bäumen mit sehr großem Wurzelballen entstehen in der Kübelkultur bei der Überwinterung solche logistischen Probleme, dass man die Pflanzen besser auspflanzt. Dabei darf man aber das Risiko nicht unterschätzen, dass der Baum Frostschäden davon trägt.

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Olivenblüten

Hat Ihr Olivenbäumchen gute Bedingungen, so fängt es im Frühjahr an zu blühen, die ihre Pollen über den Baum verbreiten. Besprengen Sie dann den Baum mit Wasser, um die Befruchtung zu unterstützen. Nach sechs bis acht Monaten, können dann die mediterranen Früchte Oliven geerntet werden. Die Oliven müssen aber wochenlang in regelmäßig zu wechselndem Wasser eingeweicht werden, damit die Bitterstoffe entzogen werden.

Oliven können einen kräftigen Schnitt vertragen, der den Wuchs fördert. Schneiden Sie so, dass sich eine runde und gleichmäßige Krone ergibt.

Mediterrane Früchte

Oliven (Foto: Linde Albert)

Feigen

Feigen oder Feigenbäume, die man als klassische mediterrane Früchte auch in unserem Shop kaufen kann, gehören unbedingt zum mediterranen Garten. In den Terrassen von Schloss Sanssouci in Potsdam sind verglaste Nischen eingerichtet, hinter denen Feigen wachsen. Das ist auch das beste, was man für Feigen tun kann: eine sonnenbeschienene Wand, dazu ein fächerförmiger Schnitt.

Während der Wachstumsperiode muss die Feige reichlich gewässert werden, auch eine Düngung sollte alle 2 Wochen erfolgen. Die Ernte kann vergrößert werden, indem im Sommer neue Triebe entfernt werden, die die Kraft der Pflanze von der Fruchtbildung abziehen. Ein Rückschnitt alter Triebe kann bei Bedarf im Frühjahr erfolgen.

Feigen gedeihen prächtig im Kübel und können als laubabwerfende Pflanze auch in einem dunklen, frostfreien Raum überwintern. Das Umtopfen in einen größeren Topf und ein nährstoffreiches Substrat erfolgt -entgegen sonstiger Praxis- im Herbst.

Die Feigenernte beginnt im August, wenn die Früchte des Vorjahres verspeist werden können. Im späten August kommen die neuen Feigen dazu, die süßer sind. Die Früchte sind reif, wenn sie nach unten hängen.

Als besonders winterhart gelten Sorten wie Ficus Carica „Bornholmfigen“. Eine weitere, verbreitete Sorte ist „Fleur de Rouge“ oder „Rouge de Bordeau“. Sehr ertragreich ist auch die Sorte „White Marseilles“.

Mediterrane Früchte

Feigen (Foto: Ingeborg Sandvoß)

Granatäpfel

Granatäpfel (botanisch: Punica Granatum) sind attraktive Büsche oder Stämme, die durch große und markante Blüte und mediterrane Früchte beeindrucken. Der Wuchst ist aufrecht strauchförmig und dicht verzweigt, die Pflanzen werden 2 bis 3 m hoch.

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Granatäpfel (Foto: Paul Bickel)

Granatäpfelbäume blühen in einem kräftigen orangerot, die ca. 5 cm langen Blüten erinnern an die Blüte der Klettertrompete (botanisch: Campsis radicans). Es sind aber auch Sorten mit gelben und weißen Blüten erhältlich. Das Laub ist grün-glänzend, die Blattadern leuchten kupferrot.

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Granatapfel

Granatäpfel sind frostempfindlich und sollten im Kübel gehalten und dann hell und kühl bei 5°C bis 10°C überwintern. Die Überwinterung verschiebt die Blüte ein wenig nach hinten, so dass im Frühsommer mit Blüten zu rechnen ist, vorausgesetzt, die Pflanze steht an einem vollsonnigen Platz. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten, so dass sich schon bald Früchte einstellen.

Die roten Granatäpfel, die ca. sechs Monate zur Reifung brauchen, haben ein süßes und saftiges Fruchtfleich, das auch zur Herstellung des berühmten Sirups „Grenadine“ verwendet wird. Granatäpfeln werden auch gesundheitsfördernde, ja sogar lebensverlängernde  Wirkungen zugeschrieben. Auch wenn diese noch nicht abschließend nachgewiesen werden können, sind Granatäpfel ein wunderschöner Klassiker unter den mediterranen Pflanzen.

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Granatäpfel (Foto: Ilse Rehn)

Kiwi

Die Kiwi (botanisch: actindia deliciosa oder actinidia chinensis var.) ist geografisch in den gleichen Regionen beheimatet wie so manche Zitrusart. Die Kiwi stammt aus China hat aber, wiederum analog zu den Zitruspflanzen eine weltweite Verbreitung erreicht. Die Kiwi kam erst relativ spät nach Neuseeland, dem Land, mit dem die Pflanze aufgrund der Namensgleichheit zum Nationaltier, dem Kiwi-Vogel, häufig in Verbindung gebracht wird.

Mediterrane Früchte

Kiwi (Foto: Wolfgang Teschner)

Die hoch kletternde Pflanze wird bis zu 10 m hoch und hat ovale bis herzförmige Blätter, die bis zu 15 cm breit werden. Die Kiwi ist eine überaus fruchtbare Kletterpflanze, die bis zu 1.000 Früchte tragen kann. Die eierförmigen Früchte werden 2 bis 8 cm groß und hat hinter einer braun-grünen, stacheligen Schale ein saftiges grünes Fruchtfleisch. Bei der gelben Kiwi ist die Schale glatt und das Fruchtfleisch süßer.
Kiwipflanzen sind zweihäusig, bestehen also aus weiblichen und männlichen Blüten. Daher benötigt man zur Kiwiaufzucht eine weibliche und männliche Pflanze, wobei nur die weibliche Früchte zu bilden. Mit der ersten Ernte kann nach 4 bis 6 Jahren gerechnet werden.

Die Kiwi gedeiht auf einem schwerem Boden, der mit Sand oder Sägemehl aufgelockert wird und in den die weiblichen und männlichen Pflanzen im Frühjahr gepflanzt werden. Zur Düngung, die ebenfalls im Frühjahr erfolgen sollte, sind Kompost oder Mist hervorragend geeignet, Jungpflanzen aber auszunehmen.
Als Standort sind Hauswände geeignet ist, die Pflanze sollte aber nicht zu nah an die Wand gepflanzt werden. Der Boden sollte durch Mulch feucht gehalten werden. Kiwis können in den meisten Gegenden Deutschlands gedeihen, da weitgehend die Klimazone 7 erreicht wird. Ausnahmen bilden Bayern und der gesamte Alpenraum, wo es zu kalt wird. Hier kann die Kiwi auch als Kübelpflanze gehalten werden. Die Überwinterung ist unproblematisch, da die Pflanze laubabwerfend ist. Sie braucht also kein Licht, lediglich Temperaturen über dem Gefrierpunkt.

Mediterrane Früchte

Kiwi

Literatur:

  • Pattie Baron: Der mediterrane Garten, Berlin 1999
  • Bettina Rehm-Wolters: Mediterrane Gartenparadiese, Stuttgart 2008

Autor: Dr. Dominik Große Holtforth