Große Gärten Italiens
Die Gartenkultur des Mittelmeerraums findet viele Höhepunkte in den großen Gärten Italiens. Auf dieser Seite haben wir Bilder und Informationen zu einigen dieser besonders schönen Gärten zusammengestellt. Eine noch größere Auswahl finden Sie auf der Seite Grandi Giardini Italiani, die auch die Suche nach Regionen ermöglicht.
Norditalien
Schloss Trauttmannsdorff in Meran

Die Gärten von Schloß Trautmannsdorff in Meran (Foto: Birgit Dolde)
In Schloß Trauttmannsdorff erwarten den Besucher die nach Ansicht vieler Besucher schönsten Gärten Italiens. Unterteilt in vier Gartenwelten werden mediterrane Sonnengärten, Waldgärten Europas und Amerikas, Landschaften Südtirols und Wasser- und Terrassengärten präsentiert. Das Schloß, das auch durch Kaiserin Elisabeth von Österreich -Sissi- berühmt wurde, trohnt inmitten der herrlichen südalpinen Landschaft. Die Kaiserin hatte in Trauttmannsdorff mehrere Winter verbracht und somit den Ruf Merans als Kurort begründet.
Der Garten der Villa Taranto am Lago Maggiore

Garten der Villa Taranto (Foto: Wolfgang W. Roßbach)
Die Gärten der Villa Taranto sind das Lebenswerk eines leidenschaftlichen Gartenvisionärs, Captain Neil Boyd Mc Eacharn. Der Schotte verwandelte die Gärten der Villa Taranto in Pallanza am Westufer des Lago Maggiore in eine bemerkenswerte Symbiose aus englischem Landschaftsgarten mit mediterranem Flair. Seltene Pflanzen wie etwa Victoria Cruziana, die größte Seerose der Welt, können hier ebenso bewundert werden wie die Harmonie der Gesamtanlage.
Isole Brissago am Laggo Maggiore

Isole Brissago (Foto: Uwe Häntsch)
Die Isole Brissago oder Brissago-Inseln auf deutsch sind zwei Inseln im schweizer Teil des Lago Maggiore. Auf der größeren der Inseln, San Pancrazio, befindet sich ein wunderschöner botanischer Garten mit rd. 1700 Pflanzen aus dem Mittelmeerraum, den Subtropen Asiens, Südafrikas, Amerikas und Ozeaniens. Aufgrund der idealen Lage im See gedeihen Pflanzen wie Azaleen, Magnolien und Kamelien wie sonst nirgendwo in Europa. Praktische Informationen finden Sie auf der WebSite der Isole Brissago.
Die Gärten der Villa Mezzi am Comer See

Licht und Schatten im Garten der Villa Melzi am Comer See (Foto: Wolfgang Roßbach)
Die Villa Melzi mit ihrem herrlichen Garten ist nur eine von vielen zahlreichen Villen am Comer See, die sich wie eine Perlenkette der Gartenkunst an das Seeufer schmiegen und den Besuchern wunderschöne Gartenlandschaften eröffnen. Neben der Villa Melzi sind noch die Villa Olmo, Villa d’Este in Cernobbio,Villa Pliniana in Blevio und Villa Monastero in Varenna zu nennen.

Seeblick auf die Gärten der Villa Monastero am Comer See (Foto: Wolfgang Roßbach)
Die Gärten der Villa del Balbionello am Comer See

Blick aus der Loggia der Villa del Balbianello (Foto: Wolfgang Roßbach)
Aus den Villengärten am Comer See sind die Gärten der Villa del Balbianello hervorzuheben. Nicht nur, dass sie sowohl für Star Wars als auch James Bond als Filmkulisse dienten sondern vielmehr ihre exponierte Lage an der Spitze der Halbinsel Lavedo in Lenno am Comer See machen Sie zu einer besonders schönen Perle des Lago di Como. Die Anlage ist in übereinanderliegenden Quadraten angelegt und erhält durch die vielen Terrassen und Brüstungen ihren besonderen Reiz.
Der Garten der Villa Carlotta am Comer See

Villa Carlotta (Foto: Elke Rösch)
Die Villa Carlotta ist ein weiteres Beispiel für die Gartenkunst der prächtigen Villen am Comer See. Die gesamte Anlage ist für den vom See mit einem Boot kommenden Besucher ausgerichtet. Die 8 ha große Gartenanlage zeichnet sich durch einen italienischen Garten mit Orangenbäumen und Kamelien aus. Im Frühjahr brilliert der Garten mit einer besonders üppigen Azaleen- und Rhododendronblüte. Ein Stein- und ein englischer Garten ergänzen das Ensemble, so dass eine wunderbar abwechslungsreiche Gartenlandschaft zu besichtigen ist. Weitere Informationen finden Sie auf einer gut gestalteten WebSite zur Villa Carlotta.
Der Giardino Sigurta in der Nähe des Gardasees

Giardino Sigurta (Foto: www.bild-erzaehler.com)
Wie bei der Villa Taranto ist der Giardino Sigurta, der in der Nähe des Gardasees liegt, das Werk eines Visionärs, des Grafen Dr. Carlos Sigurta. Er begann in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts das Gelände umzugestalten und aufzuforsten und schuf somit eine der schönsten Gartenanlagen der Welt. Auf einer Fläche von 600.000 qm erwarten die Besucher herrliche Panoramen und Gartenanlagen, die sich am besten über die Blütezeiten ihrer Pflanzen erschließen lassen. Tulpen, Iris, Rosen, Seerosen und Astern bilden mit ihren Blüten die jahreszeitlichen Höhepunkte in dieser fantastischen Gartenanlage.
Der botanische Garten der Universität von Padua
Die Wiege unserer westlichen Kultur liegt für viele Historiker in den oberitalienischen Städten, die in der Renaissance den Weg aus dem finsteren Mittelalter in das Licht der Freiheit und Erkenntnis gefunden haben. Eine dieser Städte ist Padua, die nach Bologna und Modena die drittälteste Universität Italiens besitzt und damit eine der ältesten Universitäten Europas.

Der botanische Garten von Padua im Schatten der Basilika des heiligen Antonius
Diese Universität besitzt einen botanischen Garten, der auf Beschluss der Republik Venedig im Jahr 1545 gegründet wurde. Ziel war es, Heilpflanzen zu sortieren und zu dokumentieren und vor allem echte von falschen Heilpflanzen unterscheiden zu können. Daher auch der ursprüngliche Name “Hortus Simplicimus”, also der “Garten der Unverfälschten”.
Der historische Kern des Gartens, der heute Weltkulturerbe der UNESCO ist, ist kreisförmig angelegt. Hier wurden in der Renaissance die Heilpflanzen kultiviert. Umgeben ist der innere Kreis von einem Park, dessen Teile verschiedenen Themen gewidment sind. Der Garten enthält ein Tamarisken-Viertel mit Rispengras, Lilien-, Schwertlilien- und Narzissengewächse, die eine französische Tamariske umgeben.

"Der Herbst" im botanischen Garten von Padua
Im Gingko-Viertel wachsen Kraut- und Strauchgarten im Schatten eines männlichen Gingkos, besonders schön auch die Pfingstrosensammlung.
Weitere Schwerpunkte sind seltene Pflanzen Norditaliens, Wasser- und Arzneipflanzen, Magnolien, die Flora der Euganeischen Hügel und die Macchia des Mittelmeerraums.
Bei den Pflanzen in Gewächshäusern ist die Sammlung fleischfressender Pflanzen sowie die Orchideensammlung sehenswert.
Ein absoluter Höhepunkt ist die so genannte Goethe-Palme. Die bereits von dem großen deutschen Dichter beschriebene Palme der Art Chamaerops humilis var. arborescens wächst hier seit über 400 Jahren überdacht und damit besonders geschützt.
Der Park der Villa Pisani am Brentakanal bei Venedig
Die Pracht und Herrlichkeit der “Serenissima”, der Lagunenmetropole Venedig endet keineswegs an den Ufern der Lagune. Auch auf dem Festland haben die Venetianer prachtvolle Paläste und Villen errichtet. So auch am Brentakanal, der zwischen Venedig und Padua liegt und an dem prachtvolle Villen wie Perlen an einer Kette aufgereiht vom einstigen Reichtum der Lagunenmetropole kündigen. Viele Dogen und andere reiche Venezianer haben hier ihre Sommerresidenz errichtet, einige dieser Villen sind heute für Besucher zugänglich.

Ein Blick in den Park der Villa Pisani, im Hintergrund die Orangerie
Die größte Villa am Brentakanal ist die Villa Pisani in Stra bei Padua, die auch “La Nazionale” genannt wird. Ein herrlicher Park umgibt diese Villa, Höhepunkte sind die Zitrussammlung und die Orangerie im hinteren Teil des Parks.

Blick in die Zitrussammlung der Villa Pisani
Hier reiht sich ein prachtvoller Zitruskübel an den anderen. Wie in vielen anderen Renaissance- und Barockgärten wurden die Zitruspflanzen in Anlehnung an die ihnen zugesprochene mythologische Bedeutung zur Unterstreichung der Größe des jeweiligen Herrschers ausgestellt.
In der Villa Pisani hatte die Zitrussammlung aber auch einen wirtschaftlichen Zweck, da die geernteten Früchte verkauft wurden.
Im mittleren Teil des Gartens liegt ein herrliches Kaffeehaus, das anmutig auf einem kleinen, umwachsenen Hügel liegt.
Einen besonderen Effekt erzielt eine Exedra, ein Pavillon, der in seiner Mitte vier Sichtachsen bietet. Ebenfalls eingebettet in dichtes Grün präsentiert sich die Exedra wie ein antiker Tempel in der Mitte des Parks.

Die Exedra im Park der Villa Pisani am Brentakanal
In unmittelbarer Nähe der Exedra wartet noch ein ernstzunehmendes Labyrinth auf verirrungsbereite Besucher. Am gegenüberliegenden Ende des Parks kann von außen ein besonders bizarres Momunent besichtigt werden. Das Eishaus ist als Grabhügel gestaltet. In Anlehnung an römische Begräbnismythologie “entwachsen” dem Hügel bizarr anmutende Skulpuren, die für Totengeister stehen sollen.
Der Garten der Villa Torrigiani bei Lucca

Gartentor im Park der Villa Torrigiani (Foto: Ilse Jentzsch)
Die Villa Torrigiani, 10 km in der Nähe von Lucca in der Gemeinde Capannori gelegen, ist ein gelungenes Beispiel einer Liaison einer barocken italienischen Schloßanlage mit einem englischen Landschaftsgarten. So gibt es Gartenteile im oberen Bereich der Anlage, die eher einem großzügigen englisch angelegten Park ähneln, während viele kleinere, eher im unteren Bereich gelegene Teile des Gartens alle Wesensmerkmale des Barockgartens aufweisen. Die Vielfalt und die Abwechslung der Stile bei diesem herrlichen barocken Anwesen üben einen besonderen Reiz aus.

Gartenanlage der Villa Torrigiani bei Lucca (Foto: Ilse Jentzsch)

Villa Torrigiani bei Lucca (Foto: Ilse Jentzsch)
Der Garten der Villa Boboli in Florenz

Am Rande des Garten Boboli (Foto: Karlheinz Hartung)
Die Villa Boboli in Florenz ist eine Oase der Schönheit. Der Giardino di Boboli ist für Orangerie-Freunde deshalb so interessant, da er eine der bedeutendsten Zitrussammlungen der Welt beherbergt. Dieser Garten des 16. Jahrhunderts ist aber auch wegen seiner Skulpturensammlung und seine Vielfalt an gestalterischen Elementen wie Grotten, Springbrunnen und Gartentempel berühmt. Praktische Informationen gibt auf der offiziellen Museenseite von Florenz, allerdings nur auf italienisch.
Mittel- und Süditalien
Der Garten der Villa Medici in Rom

Garten der Villa Medici in Rom (Foto: Frank Cullmann)
Die Medici haben in weiten Teilen Italiens ihre Spuren hinterlassen, so natürlich auch in Rom. Für Kunst- und Gartenliebhaber dürfte diese Villa interessant sein, da sie nicht nur einen klassischen formalen Garten aufweist, sondern auch als Teil der Academie des beaux arts die Academie de France à Rome mit vielen Kunstwerken beherbergt.
Der Garten der Villa d’Este in Tivoli bei Rom

Villa d'Este in Tivoli bei Rom (Foto: Lars Blumberg)
Die zum Weltkulturerbe der UNESCO gehörende Villa Este in Tivoli ist einer der großartigsten Gärten Italiens und darüber hinaus. Mehr als 500 Brunnen, Wasserspiele, Springbrunnen, Nymphen sowie eine Wasserorgel bilden eine einzigartige Anlage, die am Besten mit “Gartenlust” zu beschreiben ist.
Das natürliche Gefälle der Anlage ist eine wichtige Voraussetzung für die Bewässerung und die Wasserspiele. Eine Mittelachse bildet den Mittelpunkt der Anlage, die ein Vorbild für die gesamte Gartenkultur in Mitteleuropa war. Viele Rampen, Terrassen, Böschungen und natürlich die unglaubliche Vielzahl und Vielfalt an Brunnen und Wasserspielen macht einen Besuch im Garten der Villa d’Este zu einem unvergeßlichen Erlebnis. Auf der WebSite der Villa d’Este gibt es viele praktische Informationen sowie weitere Fotos.
Die Giardini La Mortella auf Ischia

Giardini La Mortella auf Ischia (Foto: Marco Rodenborg)
Auf der Insel Ischia im Golf von Neapel lassen sich diese besonderen, ja magischen Gärten bewundern. Sie sind das Werk von Lady Susana Walton, die Witwe des bekannten Komponisten Sir William Walton. Lady Walton, die im März dieses Jahres verstarb, schuf ein Gartenparadies, in dem tropische und subtropische Pflanzen beheimatet sind. Der dichte dschungelartige Bewuchs und die Vielfalt der Themen sind das Besondere an diesem Garten. ein Streifzug durch die Gärten und viele praktische Informationen finden Sie auf der WebSite der Giardini la Mortella.

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