Mandarinen

Mandarinen – die große Vielfalt

Mandarinen oder Mandarinenbäumchen, die man auch in unserem Shop kaufen kann, sind edle, elegante Zitruspflanzen, die auch in Deutschland sehr produktiv essbare Mandarinen produzieren. Ein Muss für jede Zitrussammlung oder den mediterranen Garten.

Mandarinen

Mandarine am Mandarinenbaum (Foto: Gerd Lux)

Herkunft

Eine schöne, aber nicht gesicherte Geschichte zur Namensgebung der Mandarinen, erzählt, dass diese Früchte im kaiserlichen China als so kostbar galten, dass sie nur den kaiserlichen Beamten, den „Mandarinen“ vorbehalten waren.

Bedenkt man die Herkunft der Zitruspflanzen ist ein Zusammenhang zwischen dem kaiserlichen Hofstaat und diesen beliebten Früchten naheliegend. Allerdings liegt ein Großteil der tatsächlichen Zusammenhänge im Dunkeln , wie so vieles bei dieser sehr alten Kulturpflanze.

Mandarinenarten und -sorten

Wichtiger als die Namensgebung dürfte bei den Mandarinen die Klärung sein, was denn eigentlich mit „Mandarine“ gemeint ist. Tatächlich werden unter diesem Oberbegriff mindestens vier Arten zusammengefasst, die aber nur geringe Unterschiede aufweisen.

Manche Botaniker gehen sogar davon aus, dass es sich nur um eine, aber eine sehr variable Art handelt. Wichtig bei der Unterscheidung ist die für den Konsumenten nicht unwichtige Frage, wieviele Kerne die Mandarine aufweist. Eine für den kommerziellen Mandarinenanbau weiter wichtige Eigenschaft ist die Schälbarkeit: so genannte „Easy Peeler“ werden bevorzugt.

Wuchs der Mandarine

Doch zunächst zur Pflanze: Der Mandarinenbaum ist deutlich kleiner und buschiger als z.B. Zitronenbäume. Die Pflanze ist sehr attraktiv, wächst sie doch dicht-buschig mit dunkelgrünen, lanzettartigen Blättern. Diese Blattform verleiht den Pflanzen eine gewisse Eleganz.

Mandarinenbaum

Mandarinenbaum

Bei den Sorten werden üblicherweise die Mittelmeer-Mandarine (Citrus deliciosa), die King-Mandarine (Citrus nobilis), die gemeine Mandarine (Citrus reticulata) sowie die Satsuma (Citrus unshiu).

Die Bezeichnung „Clementine“ hingegen bildet keine eigene Art, sondern ist eine Sammelbezeichnung für Arten, Hybriden und Züchtungen, die besonders süß, gut schälbar und kernlos sind und somit für den Verzehr besonders attraktiv sind. Der Begriff geht auf den Algerier Pater Clemente Rodier zurück.

Weiter werden auch die Calamondin (Citrofortunella microcarpa) zu den Mandarinen gezählt. Es handelt sich bei diesen auch als Zwergorangen bezeichneten Pflanzen um eine Kreuzung aus einer Mandarine und einer Kumquat. Calamondin ist aufgrund des Fruchtreichtums eine der attraktivsten Zitruspflanzen und kann auch im Haus und/oder als Einsteigerpflanze gehalten werden.

Blüte Calamondin

Zarte Blüte eines Calamondinbäumchens

Aufgrund ihrer japanischen Herkunft hervorzuheben ist schließlich die Satsuma, die frosttoleranter ist als andere Mandarinen. Allerdings reicht es nicht, um dauerhaft ausgepflanzt zu sein. Auch die Satsuma ist als Obstbaum sehr interessant, da sie zum einem größere Früchte hervorbring als die gemeine Mandarine, aber auch leicht schälbar und nahezu kernlos ist.

Literatur:

Klock, Peter/Klock, Monika/Klock, Thorsten: Das große Ulmer-Buch der Zitruspflanzen, Stuttgart 2007

Maier, Hans-Peter: Zitruspflanzen – Schritt für Schritt zum eigenen Zitrusparadies, München 2006

Page, Martin: Growing Citrus – How to grow citrus in containers, conservatories and the open garden, Portland, London 2008

Autor: Dr. Dominik Große Holtforth